Lesen Sie
einige Kostproben
aus dem
Roman
“...
und keine
Socke auf Mallorca”
Tauchen Sie ein in die
Geschichte der
Stegmanns
und lassen sich entführen
in eine
vergnügliche Reise.
Maren Stegmann, 43, ist reif für die Insel.
Von ihrem Mann betrogen, nimmt
sie
kurzerhand
für zwei Wochen Reissaus,
um sich
Gedanken über
die weitere Zukunft ihrer
fünfköpfigen Familie
nebst “Anton”, dem Berner
Sennenhund, zu machen.
Doch auch hier kommt sie nicht zum Nachdenken,
es kommt eben immer anders ...
Viel
Spass
beim Lesen!!
Die
Hauptfiguren sind :
Maren Stegmann, 43
Ehemann Carsten, 45
Nanni (Maren's Schwiegermama)
Marc (wer weiß ?... kennengelernt auf Mallorca)
die Kids Nadja, Leon und Sophie
sowie "Socken-Anton"
Es kommt
eben immer anders.... sinniere
ich so vor mich hin heute abend, sitze da in unserem neuen Heim in der
Altstadt,
schön ist es hier, echt schön. Und bald feiern wir
hier unsere Einweihungsparty mit lieben Freunden. Heute war ich
mit
dem Rad unterwegs zum einkaufen. Eigentlich wollte ich zum
Türken fahren und die Dinge bestellen, die wir für die Party
noch brauchten, aber da fiel ich ein in die Parfümerie.
„Gibt es
eigentlich noch MISS DIOR, das legendäre Eau de Toilette ?“
fragte
ich die freundliche Parfümerieangestellte. „Ja, manchmal,
aber nur
in einer bestimmten Größe“. Wir suchten und fanden
es. Ich
testete den Duft, der mich vor vielen, vielen Jahren begleitet
hatte.
Ja, eben vor vielen, vielen Jahren. Es ist der Duft,
doch er ist nicht
mehr mein Duft. Also sparte ich mir den Kauf, und kaufte statt
dessen
beim liebgewonnen türkischen Markt
mein Gemüse etc.,
erledigte meine Bestellung für unsere Party und fuhr mit meinen
momentan lädierten Fahrrad wieder heim.
--------
Er
(Carsten) zog es irgendwann vor, sich
den Traum vielleicht eines jeden Mannes zu erfüllen, sprich:
zuhause Mutter und Kids -
gepflegtes Heim, Mutter allein..... Nun ja,
er fühlte sich wohl sehr angezogen von seiner Kollegin,
Rechtsanwältin,
also sein Metier, denn auch er ist Anwalt, und sie
total chic - lange Haare, lange Beine, ..lange Leitung. Egal, manchmal
geht’s
auch schneller. Ich kam recht schnell dahinter - na ja, es hat
schon ein halbes Jahr gedauert, bis ich mir absolut sicher war
hinsichtlich der Beziehung, aber dann ging’s schnell! Schnell
vollzog
sich sein Auszug. Wie bei jedem Urlaub packte ich - aber
zum letzten
Mal!!!! - seine Koffer und stellte sie vor die Tür. Schade, die
Koffer waren schön, auch sie hatten viel mit uns erlebt.
Scheiße, jetzt nur keine Wehmut - kein Zurück, nein, Koffer
kann man sich neu besorgen...
--------
Der
Weg, der nie so ist, wie man denkt :
Und so
stand ich dann am Flughafen,
begleitet von einer Großmutter, 3 Kids und einem Besehu (Berner
Sennenhund) und
wartete auf das Check-In. Mein Ehemann hatte einen
wichtigen Termin, den er unmöglich absagen konnte. Und wie ich da
so wartete, war mir auf einmal doch recht mulmig zumute. Da standen da
meine 3 kleinen Nervensägen und ich begann schon
in ihrem Beisein,
sie zu vermissen. Na ja, selbst beim Anblick von Anton wurde mir
richtig schwummrig, 2 Wochen k e i n
Sockenproblem, keine langen
Spaziergänge, kein Schmusen kommen nach Sockendiebstahl....
Und
ich beschwor mich: „NEIN, ich bin dran, auch mal dran. ICH mache Urlaub
von der Family, von der Ehe, von zu Hause,
wo ich seit Jahren
ständig parat war. Jetzt bin mal 2 Wochen ich angesagt, und sonst
nix !!!“ Und so habe ich mir Mut gemacht,
ins Flugzeug steigen zu
können. Natürlich mit Tränchen in den Augen – hatte doch
länger gedauert als gedacht, aber ich saß
dann
angeschnallt in einer Boing 757 und betrachtete die Welt unter mir.
Und
mit jedem Meter gewonnener Höhe und jeder neuen Aussicht auf
das
immer kleiner werdende „große Krabbeln“
auf der Erde, gewann ich
Abstand. Abstand, der auch dringend nötig war.......
--------
Auf
Mallorca :
Nun
saß ich allein auf der
Terrasse, bis auf ein paar andere Urlaubsgäste, die an zwei
Tischen verteilt saßen, und genoß die Stille
des
Abends. Mein Wein war getrunken und ich schaute auf die
Uhr. Es war kurz vor Mitternacht. Und die in mir befindliche
Unermüdlichkeit zwang mich, nicht - wie man es erwartet -
jetzt
ins Bett zu gehen, nein, ich entschied mich zu einem
Rundgang durch den
Hafen und die Gassen von Cala Figuera. Ich schlenderte die kleine
Promenade entlang, hier und da saßen
noch ein paar Urlauber in
den Restaurants. Wo vorher noch gespeist wurde und die Teller noch
nicht abgeräumt worden waren,
genossen Straßenkatzen die
Reste der Gambas oder die Fischreste der Gäste... Für sie war
es wohl der Himmel auf Erden.
Ich gelangte zum
Hafen. Da lag es, das grüne Segelschiff. Mensch, ist das
schön! Bestimmt zwanzig Minuten saß ich am
Hafenbecken und
betrachtete das Boot. Dabei war ich in Gedanken schon an Bord, wohnte
im Rumpf des Schiffes, plante den
morgigen Kurs, ging auf offener See
baden....
Dann riß ich mich los und ging
weiter, durch den Hafen mit seinen kleinen Bootshäusern, den
Bootsgaragen, nahm eine kleine
Treppe, die wieder in die Oberstadt
führte und kam an der Disco vorbei ... “When your heart is
weak..“
dröhnte es aus den
Lautsprechern.. eines meiner Lieblingslieder
aus vergangener Zeit. Geh ich nun noch rein oder nicht ? Nein, ich geh
heim, befahl
ich mir, und indem ich dies beschloß, stürmten
zwei männliche Gestalten lachend aus der Tür. Und einer der
beiden „stürmte“ mich
fast um. Eigentlich müßte ich
jetzt böse sein, war es aber nicht. Whow, so nette Männer
gibt es hier? Dachte ich und wollte gleich
weitergehen. Da zupfte doch
einer an meiner Jacke und hielt mich auf. „Sorry, sprechen Sie
deutsch?“, fragte er mich. „Na klar,
wer hier auf der Insel spricht das
nicht?“, konterte ich und schaute in ein süßes
Lächeln. „Hey, ich bin Mark, wer bist du ?“
fragte mich die nette Gestalt. Ein bißchen verlegen (wann trifft
man schon mal auf so einen netten Typen) erwiderte ich.
„Ich bin die
Maren. Maren, die jetzt ins Hotel zurück muß.“ Ich
wollte
weg hier. „Hallo Maren, du willst doch nicht wirklich
schon ins Bett.
Mensch komm, wir sind hier raus, weil da wirklich nur junges
Gemüse rumhopst, das auf’s Pflücken aus ist.
Eigentlich
wollten wir hier neue Leute treffen, Leute, mit denen man was
unternehmen kann. Und du siehst so aus, hhm.“
Ein süffisantes
Grinsen begleitete das Gesagte. „Nee, laß mal, ich
muß jetzt wirklich ins Bett. Will morgen noch was unternehmen“,
flüchtete ich, ging weiter und da hallte durch die Nacht: “Na,
eben das wollen wir ja auch ! Komm bitte morgen auf’s Schiff,
das mit
den grünen Segeln...Du bist bestimmt o.k.“ DAS mit den
grünen Segeln, das war ihr Schiff. Uff, erst mal verdauen..
Ich
traf die Typen des Traumschiffs. Ich schaute mich noch mal kurz
um,
„na, das Schiff wäre ja ein Argument - mal seh’n,
versprechen tue
ich aber nichts“ rief ich lächelnd und machte mich auf den
Weg ins
Hotel. In dem Moment, als ich die Straße
überquerte, schoß plötzlich ein Mercedes mit voller
Fahrt um die Ecke, ich sprang beiseite und stürzte, da dort
im
Fluchtweg ein
Motorroller geparkt war. Na ja, lieber ein
Zusammenstoß mit einem Roller als von dem Mercedes überrollt
zu werden, mußte ich wohl in dem Moment gedacht haben........
--------
Derweil
zuhause :
Carsten kam
nach Hause. Wieder schliefen
seine Kinder schon, seine Mutter war im Sessel eingenickt. Er
wollte
sich gerade
nach oben stehlen, da hallte sein Name aus dem Wohnzimmer.
Der Unterton war ihm bekannt, so rief ihn seine Mutter schon
früher, wenn er etwas ausgefressen hatte. „Hey Ma“,
begrüßte er sie, als sei das normal um diese Uhrzeit. „Hatte
noch eine dringende Besprechung, ein wichtiger Klient“... er wollte
fortführen, da fiel ihm Nanni ins Wort. „Sag mal, hältst du
mich für total senil, so ohne Denke. Glaubst du, ich krieg nicht
mit, was hier los ist ?“
Jetzt wurde Nanni richtig zornig.
„Bin ja nicht ganz alt, nicht ganz blöd. Deine Frau nahm
Reißaus, weil du dich nicht beherrschen kannst. Hast drei Kinder,
ein Haus, wonach sich andere die Finger lecken, eine Frau, die nicht
nur hübsch ist, trotz der drei Kinder hat sie eine Superfigur,
hält deinen Haushalt tipptopp in Ordnung, kümmert sich um
alles, damit du deinen Job erledigen kannst. Und du, hast Termine, die
bis weit in die Nacht andauern, dafür pennst du morgens. Da
paßt was nicht. Das merkt selbst ein Altchen wie ich. Und
lüg mich jetzt nicht an, das mag ich gar nicht.“ Zornig
saß Nanni da.
Endlich hatte sie sich mal zu Wort melden
können, und es war jemand da, der zuhören mußte, ob er
nun wollte oder nicht. Carsten war erstaunt, Nanni hatte sich schnell
angepaßt. Sie hatte die Artikulation der Kids angenommen. Sie
verstand sich mit ihnen. „Sag mal, gehst du jetzt
nicht ein wenig zu weit - mit deiner Phantasie und den Beschuldigungen
?“ hörte sich Carsten sagen. Sie hatte ja so recht, er fühlte
sich wie früher, als sie ihn beim heimlichen Rauchen erwischt
hatte. „Ich arbeite und arbeite, nehme Termin um Termin wahr, und darf
mir von dir noch eine Standpauke anhören.. “sagte er und glaubte
es selbst nicht. Natürlich glaubte seine Mutter ihm auch nicht.
„Carsten, mach mir und vor allem dir nichts vor. Aus dem Alter sollten
wir beide raus sein. Aber nachdenken solltest du mal, bevor hier alles
aus der Ruder läuft. Wie stellst du dir die Zukunft hier vor?
Maren ist sicher nicht ohne Grund so einfach in einen
vierzehntägigen Urlaub geflüchtet. Wahrscheinlich konnte sie
dies alles nicht mehr ertragen. Und was ist mit den Kindern, deinen
„Zwergen“, die dir immer das wichtigste waren ? Denk da mal drüber
nach, nimm dir bitte dafür auch mal die Zeit - schenk sie deiner
Familie.“
Kreidebleich saß Carsten im Ledersessel. Das hatte
gesessen. „Granny, du hast so eine blühende Phantasie,
du solltest Bücher schreiben“, sprach er, erhob sich und
verabschiedete sich ins Bett. „Gute Nacht, ich habe morgen eine
wichtige Gerichtsverhandlung vor mir, ich geh schlafen.“ „Na, wenn dir
in Zukunft nicht noch ein anderer wichtiger Gerichtstermin ins Haus
steht...Aber schlaf trotzdem gut“, so verabschiedete sich Nanni.
Carsten ging nach oben...
--------
Und
wieder in Cala
Figuera :
„Hi du,
darf ich raufkommen oder kommst
du runter auf die Terrasse ?“ so stand er vor dem Balkon. OK, Romeo mal
anders...dachte ich und schmunzelte. Ich ging auf Nummer Sicher, also
ging ich runter...... „Ich komme, einen Augenblick bitte.“ Wir trafen
uns auf der Terrasse. Es war eine wunderschöne Kulisse ringsherum.
Felsen und Meer und Himmel, was braucht man mehr? Marc kam auch mich zu
und umarmte mich, ganz zaghaft und doch sehr emotional. In dem Moment
fühlte ich mich so total geborgen, verstanden, glücklich.
„Ich habe mich total in dich verliebt, sorry, aber das muß ich
dir sagen“, waren seine Worte. Ich war völlig verwirrt. „Du
mußt jetzt nichts sagen. Ich mußte es einfach loswerden,
hab den ganzen Tag nichts anders denken können. Das wollte ich dir
unbedingt sagen...“, so stand er vor mir, der Traumtyp.
Lange
standen wir noch auf der Terrasse,
schauten hinaus auf das Meer, tranken noch ein Glas Rioja und dann
bemerkte ich, daß ich doch nun in mein Bett wollte. „Darf ich
heute mal an Land schlafen, vielleicht in deinem Zimmer ? Einfach nur
schlafen... Ehrenwort!“
Ich wußte nicht so recht, was er jetzt
wollte. „Ehrenwort ?“ fragte ich. „Natürlich, mach mich bloß
nicht an....“grinste er mir entgegen.„Ok, schlafen ist genehmigt,
sonst nix, dann komm mit rauf, aber ganz leise." Wir schlichen uns auf
mein Zimmer, lachten, als wir unbemerkt angekommen waren. Zuerst ging
ich ins Bad, dann er. Danach lagen wir im Bett, hatten eine Breite von
140 cm für uns verfügbar. Wir nutzten sie komplett aus, aber
als ich am Morgen erwachte, brauchten wir wohl nur ca. 80 cm.
Wir lagen
engumschlungen beisammen.
--------
Ich rief
meine Family an. Nadja war am
Apparat. „Hey Mum, wie geht’s? Hast du echt keine Langeweile gehabt,
bist du nicht froh,
morgen wieder heim zu kommen?“ „Ach, Schnecke, es
ist so schön hier, wenn ihr auch hier wäret, ich
könnte
glatt noch Wochen
bleiben...“ In Gedanken fehlte mir da doch noch was.
„Und wie geht’s bei euch, ist alles im Lot. Hat Anton sich im Griff,
oder die Schnitzel?“ „Ne, ne, er klaut zur Zeit gar nix, nicht mal
Socken. Der Anpfiff von Granny hat ihn wohl sehr beeindruckt. Du
solltest vielleicht mal ihre Tonlage üben.“
Ich sah Nadja
förmlich grinsen.. „Sophie sitzt vor der Glotze, ihr neuntes
Bibi-Video zieht sie sich gerade rein, sie tauscht ständig die
Videos mit ihren Kids aus, ich kann’s fast nicht mehr hören.
Willst du mal mit Leon reden - falls er Zeit hat, Mr. Einstein?“
„Ok, versuch mich mal zu verbinden“.... sie ging wohl in sein Zimmer,
„Hey Leo, Mama ist dran“ „Sorry, ich kann gerade nicht,
habe ein
Superbild vor mir. Sie kommt doch eh morgen wieder, da hab ich dann
Zeit. Grüß sie von mir“ Dies hörte ich mit, na danke,
..eh morgen wieder, habe Zeit.. „Sorry Mum“ - „Na, hab’s
mitbekommen,
Herr Einstein hat was besseres zu tun. Ok, ich nehm’s hin. Aber morgen
bin ich da, und dann.....könnt ihr euch was anhören.
Nämlich wie schön mein Urlaub hier war. Also Schnecke,
macht’s gut, holt ihr mich morgen vom Flughafen ab, hättet ihr
vielleicht die Zeit dafür?“ „Na Mum, ich denk schon, oder wir
kapern ein Taxi für dich, oder schicken Anton mit einer Rikscha
vorbei. Du kommst schon irgendwie wieder hierher, no problem und guten
Flug!“ „Danke, mein Schatz, also bis morgen. Grüß Granny von
mir, sie hat es bald geschafft, und schlaft schön.“ „Du auch,
tschüssi“.
--------
Wieder
daheim :
..Ach, kaum
hast du einen neuen Typen
aufgetan, da hyperventilierst du. Schlaf dich erst mal aus, besuch ihn
meinetwegen noch mal, aber laß mich mit deinen Kram in
Ruhe“. „Carsten, ich sage es dir zum letzten Mal und ganz
deutlich: Deine Sachen sind gepackt - ein Service des Hauses. Nimm sie,
laß deine Tussi teilhaben an deiner Midlife-crisis und uns in
Ruhe. Es war eine schöne Zeit, wir sind keine Wurst, deshalb
gibt’s nur ein Ende, und das haben wir erreicht. Also, es reicht. Du
wirst den Kindern kaum fehlen, warst ja eh kaum da.
Wenn du das
Bedürfnis hast, sie zu treffen, melde dich, falls du Zeit hast.
Und ich habe keinen neuen Typen aufgetan. Hätte ich können,
ich hatte wichtigeres zu tun. Ich mußte mir darüber klar
werden, daß ich nicht weiter mit dir zusammenleben will. Ich
hab’s geschafft. Also, mach’s gut, kannst dich ja mal melden... und
Tschüß !“ „Sag mal, bist du jetzt völlig
übergeschnappt? Leidest du jetzt an Größenwahn?“ „Nein,
bevor ich wahnsinnig werde, entledige ich mich des Grundes
dafür,
also, schmeiß deine Sachen ins Auto, fahr los und laß mich
in Ruhe. Alles weitere, sprich Konten, Finanzen etc. klären wir
dann. Am besten per Anwalt. Das hat dann Hand und Fuß. So, und
jetzt tschüß.“ Nanni schaute von mir zu ihm, von ihm zu
mir. „Carsten, ich bat dich, zu gehen. Tue es jetzt, morgen
werde ich zum Anwalt gehen, laß es nicht eskalieren. Laß
uns das alles hier friedlich regeln, indem du einfach gehst.
Dahin
gehst, wo du eh lieber deine Zeit verbringst. Und zieh jetzt ab !“
Langsam wurde ich wütend. Er schien es zu verstehen, endlich. Mein
Ehemann verstand, ein ratsuchender Blick traf seine Mutter - sie sagte
nichts, er drehte sich um und ging. Erst als ich hörte, daß
die Tür ins Schloß fiel, atmete ich auf.
--------
Es
muß weitergehen... :
„Hallo mein
Sohn, worauf hast du denn
Appetit ? Schlag was vor, wenn’s machbar ist, dann machen wir
das“, war
meine Reaktion.
„Also, ich hab so richtig Hunger auf Reibekuchen. Mit
Apfelmus, hhhm.“ „Tja, das ist doch was, was machbar ist. Komm, wir
schälen erst mal Kartoffeln...“ Er blickte mich an, als
verstünde er die Welt nicht mehr. „Ja, Leo, wenn jetzt Nadja hier
wäre, könnte sie uns helfen. Sie hat also Glück, wir
haben halt Pech. Wenn wir aber essen wollen, dann muß es auch
gemacht werden. Einer für alle, alle für einen....“ Er
hatte verstanden. Wahrscheinlich wird er in Zukunft immer eher
später heimkommen. Allerdings wird er dann auch nicht mehr
wählen dürfen, was es gibt. Also, alles hat Vor- und
Nachteile. Aber wir schälten dann gemeinsam Kartoffeln, zum ersten
Mal.
Und es machte uns Spaß, denn man bedenkt ja gar nicht mehr,
daß man selbst „Kartoffelschälen“ lernen muß.
Selbst
ein angehender Einstein wie Leon vermochte nicht, das auf Anhieb zu
können. Doch nach und nach klappte es besser,
die Abfälle
reduzierten sich zugunsten unserer Haushaltskasse. Beim Apfelmus
ging alles viel einfacher. Wir entnahmen es der Gefriertruhe, die davon
reichlich gesegnet war aus dem letzten Sommer, und erwärmten es
langsam auf dem Herd. Zugegeben, die Küche sah gerade aus wie ein
Schlachtfeld, aber die Geräusche waren glatt der volle Gegensatz.
Schallendes Lachen breitete sich aus.
Und mitten in diesem
Gelächter fand auch Nadja heim. Sie kam von ihrer Probe und
war völlig aufgedreht.
„Hey, was isn hier los?“ fragte sie, im
Türrahmen der Küche stehend. „Na, nix dolles, schwing deine
Finger an die Zwiebeln,
schäle sie und schmeiß sie in den
Thermomix, wir alle machen heute Reibekuchen...mit Apfelmus.“
Und
schon versprühte Leon seinen Charme mit den Worten „Na, Mama
schält die Kartoffeln mehr recht als schlecht, aber in der Zeit
habe ich schon mal Apfelmus bereitet. Man muß ja hier sehen, wie
man das alles regelt. Also Schwester, streng dich an...“
Ich konnte
mein Grinsen kaum unterdrücken.....
---------
„Okay, dann
komme ich am nächsten
Wochenende, sprich Freitag abend. Und ich bleibe bis Sonntag, wenn es
euch denn paßt..?“
Und der nächste Freitag kam, und damit
auch Marc. Es war gegen vier Uhr und ich ging zur Tür, als es
klingelte.
Ich
öffnete sie und da stand er vor
mir, Marc, mein Traummann. Marc war da. Ich wußte nicht so
richtig, was ich sagen sollte,
ich bat ihn einfach herein, zeigte ihm
das Gästezimmer, das Bad, stellte ihm meine Familie vor, so Zug um
Zug, zuerst Sophie,
sie war gerade zuhause, dann Granny, später
dann Nadja und Leon, Anton war eh gleich dabei, es war wohl etwas viel
für den Anfang... welchen Anfang? Aber von Anfang an sah ich
wieder seinen Blick. Zwischenzeitlich saßen wir zu zweit im
Wohnzimmer und schwiegen uns erst mal an.
--------
Nachmittags
fuhren wir dann ein wenig
durch die Gegend, ich zeigte ihm die schönsten Stellen unserer
Region, wir suchten ein nettes Restaurant mit Biergarten auf, tranken
einen Cappuccino, gingen wieder am Rhein entlang, sprachen über
dies und jenes.
Für den Abend hatte ich einen Tisch bei Siggi
reserviert, einem superguten Gastronom aus Hamburg, der hier
seine
allerbesten
Gerichte anbot. Ich schmiß mich ein wenig in Schale,
d.h., ich zog mein kleines - natürlich -Schwarzes von Esprit an,
gönnte mir mal wieder ein wenig Make-up, fönte meine Haare in
Form, legte einen Hauch von Tristano auf und wir zogen los.
Das Essen
bei Siggi war wieder mal
genial. Ich wählte Red Snapper auf Sepianudeln mit Pesto, Marc
entschied sich für gegrillte Dorade, umwickelt mit Parmaschinken.
Beides war ein Genuß. Die Atmosphäre des Restaurants
ließ uns beide denken, wir seien versetzt in unseren Urlaub auf
Mallorca - der Abend war wunderschön. Ich genoß den Heimweg,
wir waren zu Fuß unterwegs, bis zu Siggis Restaurant lief
man
gerade
mal 20 Minuten, und der Heimweg tat nach dem guten Essen
besonders gut. Zuhause schliefen schon alle, es war total ruhig im
Haus. Wir hatten zwar geplant, uns noch im Garten niederzulassen, aber
dann entschieden wir uns, doch hoch zu gehen. Wir nahmen noch eine
Flasche Prosecco mit und begaben uns ins Schlafzimmer, um dort noch ein
wenig auf dem Balkon zu sitzen. Und da fiel mir wieder der kleine
Balkon des Hotels ein, vor dem jüngst an einem Abend ein Mann
namens Marc stand und fragte, ob wir uns noch auf der Hotelterrasse
treffen wollten, der Romeo mal anders.... Der Abend war schön, die
Nacht auch. Als ich dann erwachte, war es 11.08 Uhr.
Ich erschrak
zuerst, sah dann Marc neben mir, und kuschelte mich an ihn. Das Leben
kann so schön sein, besonders an einem Sonntag.......
--------
Immer
kommt es
anders :
Ein
höllisches Aufgebot an
Feuerwehrautos war unterwegs. Das „Lalülala“ dröhnte durch
das ganze Haus. In Panik lief ich hinaus,
dem Blaulicht folgend. Ich
lief nicht weit und da sah ich es. Unser neues Haus in der
Turmstraße brannte lichterloh.
Der Dachstuhl war bereits
völlig ausgebrannt, und ganz oben stand plötzlich Sophie und
schrie ganz laut nach ihrem Papa.
Aber er hörte sie nicht – er war
nicht da. Ihre Schreie hallten durch den ganzen Ort und ich
fühlte
mich völlig machtlos und allein.
Die Feuerwehr löschte zwar,
aber niemand kümmerte sich um
sie. Mit einem Mal rannte eine
Gestalt über den Dachstuhl,
ergriff Sophie und sprang mit ihr im
Arm hinunter.......
..........
....und weiter geht es auch... !